Seoul für Erstbesucher: 12 Orte und die Wörter dazu

Seoul lässt sich mit ein paar Wörtern Koreanisch deutlich besser erleben als ohne – nicht weil man ohne nicht zurechtkäme, sondern weil sich Wege, Speisekarten und Stationsnamen schlagartig öffnen. Diese Liste nennt zwölf Orte mit ihrem koreanischen Namen, damit du sie in koreanischen Karten-Apps findest, und die Sätze, die dort nützlich sind.

Zuerst: drei Dinge, die alles einfacher machen

  1. T-money-Karte. Aufladbare Karte für U-Bahn, Bus und viele Convenience Stores. Gibt es an fast jedem Kiosk in der Station. Ohne sie zahlst du bei jeder Fahrt einzeln.
  2. Naver Map oder KakaoMap statt Google Maps. Google Maps darf in Südkorea aus rechtlichen Gründen keine vollständige Fußgängernavigation anbieten. Die koreanischen Apps können es – und funktionieren am besten, wenn du Orte auf Koreanisch eingibst. Genau deshalb stehen unten die koreanischen Namen.
  3. Papago. Übersetzungs-App mit Kamerafunktion. Speisekarten fotografieren funktioniert erstaunlich gut.

Die zwölf Orte

1. Gyeongbokgung – 경복궁

Der Hauptpalast der Joseon-Dynastie und der Ort, an dem die meisten Seoul-Reisen anfangen. Die Wachablösung vor dem Haupttor ist ein Schauspiel, das sich mehrmals täglich wiederholt. Die Paläste haben unterschiedliche Ruhetage – prüf vor dem Besuch, welcher geschlossen hat. Wer traditionelle Kleidung (한복, Hanbok) trägt, kommt in mehreren Palästen kostenlos hinein; Verleihe gibt es rund um das Gelände.

2. Changdeokgung und der Geheime Garten – 창덕궁 / 후원

Der zweite große Palast, UNESCO-Welterbe, und der schönere von beiden, wenn du Ruhe suchst. Der hintere Garten ist nur mit Führung zugänglich und begrenzt – Tickets im Voraus sichern.

3. Bukchon Hanok Village – 북촌한옥마을

Traditionelle Häuser zwischen den beiden Palästen. Wichtig: Das ist ein bewohntes Viertel, kein Freilichtmuseum. Es gibt Ruhezeiten und Schilder, die um Leise bitten – und sie sind ernst gemeint.

4. Insadong – 인사동

Kunsthandwerk, Teehäuser, Papierläden, Kalligrafie. Der Ort, an dem man Mitbringsel kauft, die nicht nach Flughafen aussehen.

5. Myeongdong – 명동

Kosmetik, Kleidung, Streetfood. Abends voll und laut, tagsüber angenehmer. Die Streetfood-Stände bauen am späten Nachmittag auf.

6. Gwangjang-Markt – 광장시장

Der beste Ort in Seoul, um sich durch koreanisches Essen zu probieren. Bindaetteok (Mungbohnenpuffer), Mayak-Gimbap, Sundae. Man setzt sich an einen Tresen und zeigt.

7. Hongdae – 홍대

Das Viertel rund um die Hongik-Universität. Straßenmusik, kleine Läden, viele junge Leute, Nachtleben. Hier hörst du das Koreanisch, das du aus Serien kennst.

8. Ikseon-dong – 익선동

Altes Hanok-Viertel, das zu Cafés und kleinen Restaurants umgebaut wurde. Enge Gassen, hoher Fotoanteil, gutes Essen.

9. Seongsu-dong – 성수동

Ehemaliges Industrieviertel, heute Cafés in umgebauten Fabriken, Concept Stores, Designläden. Wird oft mit Brooklyn verglichen, was dem Viertel nicht ganz gerecht wird.

10. Namsan und der N Seoul Tower – 남산 / N서울타워

Der Hausberg mitten in der Stadt. Hinauf zu Fuß, mit dem Bus oder der Seilbahn. Der Blick lohnt sich bei Sonnenuntergang – und die Wanderwege am Hang sind tagsüber erstaunlich leer.

11. Hangang-Parks – 한강공원

Die Flussufer sind Seouls Wohnzimmer. Decke, Convenience-Store-Essen, Fahrrad. An warmen Abenden sitzt die halbe Stadt hier.

12. Dongdaemun Design Plaza – DDP / 동대문디자인플라자

Der geschwungene Bau von Zaha Hadid, umgeben von Stoff- und Modemärkten, von denen viele bis tief in die Nacht geöffnet haben.

Die Sätze, die du an diesen Orten brauchst

Situation Koreanisch Umschrift
Begrüßung 안녕하세요 annyeonghaseyo
Bestellen (zeigen) 이거 주세요 igeo juseyo
Preis erfragen 얼마예요? eolmayeyo?
Nach dem Weg fragen … 어디예요? … eodiyeyo?
Toilette 화장실이 어디예요? hwajangsiri eodiyeyo?
Danke 감사합니다 gamsahamnida
Entschuldigung / Verzeihung 저기요 jeogiyo
Ich spreche wenig Koreanisch 한국어 조금 해요 hangugeo jogeum haeyo
Bitte langsamer 천천히 말해 주세요 cheoncheonhi malhae juseyo
Es schmeckt 맛있어요 masisseoyo
Nicht scharf, bitte 안 맵게 해 주세요 an maepge hae juseyo
Rechnung / zahlen 계산할게요 gyesanhalgeyo

저기요 ist der wichtigste Satz auf dieser Liste: Damit rufst du in einem Restaurant die Bedienung. In Korea wartet man nicht, bis jemand kommt – man ruft.

Was du über die U-Bahn wissen solltest

Die Seouler U-Bahn ist ausgeschildert in Hangeul, lateinischer Umschrift und mit Stationsnummern. Du kommst also auch ohne Koreanisch durch. Angenehmer wird es trotzdem, wenn du Hangeul lesen kannst: Ansagen, Umsteigehinweise und Ausgangsnummern sind schneller erfasst, und Ausgangsnummern sind in Seoul wichtiger als Straßennamen – Verabredungen lauten fast immer „Ausgang 3“.

Die Schrift kostet ungefähr eine Woche. Der Sieben-Tage-Plan für Hangeul ist genau dafür gemacht – und der beste Vorbereitungsschritt für eine Korea-Reise, den es gibt.

Häufige Fragen

Wie viele Tage braucht man für Seoul?

Vier bis fünf Tage reichen für die Orte oben, ohne dass es hetzt. Wer Tagesausflüge machen will, plant besser eine Woche.

Kommt man in Seoul mit Englisch durch?

In Hotels, größeren Restaurants und an touristischen Orten meist ja. In kleinen Läden, auf Märkten und im Taxi oft nicht. Schon zwanzig Wörter Koreanisch ändern die Situation spürbar.

Brauche ich Bargeld in Seoul?

Selten. Karten werden fast überall akzeptiert, auch für Kleinbeträge. Auf traditionellen Märkten und bei Straßenständen ist etwas Bargeld trotzdem praktisch.

Gibt man in Korea Trinkgeld?

Nein. Trinkgeld ist unüblich und kann irritieren. Der ausgezeichnete Preis ist der Preis.

Was ist die beste Reisezeit für Seoul?

Frühling und Herbst. April und Mai bringen mildes Wetter und Kirschblüte, Oktober und November klare Luft und Herbstlaub. Der Hochsommer ist schwül mit Regenzeit, der Winter kalt und trocken.


Geschrieben von Nils Blache, Gründer von dream.dream – deutschsprachiges Lernmaterial für Koreanisch. Öffnungszeiten, Ruhetage und Eintrittsregelungen ändern sich; prüf sie vor dem Besuch auf der jeweiligen offiziellen Seite.

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